Auf den Gegenaktionen zum Naziaufmarsch am Samstag in Dessau kam es bei der Räumung mindestens einer von vier Sitzblockade auf der direkten Route der Nazis, zu gewaltsamen übergriffen bis hin zu gezielten angriffen durch die Polizei, gegen friedliche Sitzblockierer*Innen.
Erster kurzer Bericht zu den Gegenaktionen am 12. März in Dessau
Die Nazidemonstration begann am Samstag gegen 13:30Uhr ab Hauptbahnhof mit ca.150 Nazis. Sich ebenfalls am Bahnhof befindliche ca. 300 Gegendemonstrant*Innen, versucht zu diesem Zeitpunk sich in Richtung Innenstadt auf die Route der Nazis zu begeben. Eine Blockade der Nazidemo auf der Höhe UCI-Kino konnte anders als im letzten Jahr von den äußerst aggressiv und bedrohlich auftretenden Polizeikräften verhindert werden.
Vier Straßen weiter und damit nicht einmal 600m für die Nazis gelang allerdings die erste Blockade auf der Zerbster Straße ca 150m vor dem NH-Hotel. Etwa 13:40Uhr begann der Versuch der Polizei die Sitzblockierer*Innen zur Aufgabe der Blockade zu bewegen und endete mit einer frisst bis 14Uhr. Während dessen formierten sich ebenfalls auf der Zerbster Straße weitere mind. Zwei Sitzblocken, was nach Ablauf der frisst – 14Uhr – zur Aufgabe der ersten Blockade führte um sich ca 50 meter weiter auf der Naziroute neu zu formieren.
Die mit dieser Situation äußerst überforderten Einsatzkräfte reagierten auf diese Entwicklung gereizt und aggressiv. So wurden die versuche weitere Gegendemonstrant*Innen, zu den Blockaden vor zu dringen mit Beleidigungen und Androhungen von Gewalt oder weiteren repressiven Maßnahmen begegnet.
Ab 15:20 wurden diese Drohungen dann auch in die tat umgesetzt und die Polizei begann die Blockade direkt vor dem NH-Hotel brutal zu räumen. Als sich dies durch die ineinander verhakten Mensch doch als schwierigeres unterfangen herausstellte, begannen die Einsatzkräfte wild auf die Sitzblockierer*Innen, unter ihnen auch ältere Menschen und Jugendliche, einzuschlagen, einzutreten und sie durch die Anwendung von beispielsweise Würgegriffen aus der Blockade zu ziehen. Die Straße komplett zu räumen erwies sich jedoch als unrealistisch, sodass sich die Polizei dazu entschied die Blockier*Innen festzusetzen und ED zu behandeln.
Währende dessen Standen die Nazis nun schon ca. anderthalb Stunden an der Ecke Kavalierstraße / Zerbster Straße. Anfangs wehrte sich der Anmelder der Nazis Alexander Weinert aus Dessau noch gegen eine Umleitung der Demo. Nach mehr als anderthalb Stunden allerdings wurde es wohl auch ihm zu langweilig und er stimmte einer Umleitung über die Kavalierstraße und somit vorbei an der Blockierten Zerbster Straße zu. Nun war der Weg für die Nazis mehr oder Weniger Frei. Durch die zahlenmäßig recht kleine Anzahl von Nazigegner*Innen von ca. 800 Personen im gesamten Innenstadt-Bereich wahr es von nun an nicht mehr möglich die Nazis auf der großen Bundesstraße 184 zu Blockieren. Dennoch schafften es immer wieder Gegendemonstrantinnen an den Naziaufmarsch heranzukommen. So gab es Zahlreiche Störungen der dumm-deutschen Trauergemeinde bis hin zu einer Kurzen Hit and Run Aktion auf den theatralisch vor der Demo getragenen „Trauer“-Kranz der Nazis.
Kurzes Fazit:
Den Nazis konnte entschieden entgegen getreten werden. Durch kalkulierte Blockaden war es möglich ihnen ihre Route durch die Innenstadt über den Marktplatz, vorbei am Rathaus und auch ihre Zwischenkundgebung auf dem Schlossplatz zu versperren. Der versuch die Blockaden des Letzten Jahres noch zu toppen gelang zumindest zum Teil, wohingegen die Beteiligung der Nazis sich um gut 100 Personen nach unten dezimierte.
Ein ausführlicher Bericht folgt in den nächsten tagen.
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